Was haben Pizza und Rotwein mit Pollenallergie zu tun?
- Timea

- vor 1 Tag
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Vielleicht mehr, als man im ersten Moment vermutet.
Während der Pollensaison steht das Immunsystem ohnehin unter Spannung. Die Schleimhäute reagieren schneller, die Augen brennen leichter, die Nase ist empfindlicher. Manchmal reicht schon eine normale Belastung – und der Körper fühlt sich überfordert an.
Und dann kommt ein ganz gewöhnlicher Abend: Pizza, vielleicht ein Glas Rotwein. Nichts Ungewöhnliches. Am nächsten Tag sind die Symptome plötzlich stärker. Mehr Druck im Kopf, mehr Juckreiz, schlechterer Schlaf. Dabei hat sich draußen gar nicht viel verändert.
Was sich verändert hat, ist die Gesamtbelastung des Körpers.
In solchen Momenten spielt oft ein Stoff eine Rolle, der vielen zwar bekannt ist, aber selten wirklich beachtet wird: Histamin.
Histamin ist kein Feind. Es ist ein natürlicher Botenstoff im Körper. Doch wenn das System durch Pollen bereits „auf Alarm“ steht, kann zusätzliche Belastung – auch über die Ernährung – das Gleichgewicht schneller kippen lassen.
Was erwartet dich in diesem Artikel?

Das Überlauf-Prinzip
Man kann sich Histamin wie ein Glas vorstellen.
Ein gewisser Spiegel ist völlig normal – sogar notwendig. Histamin unterstützt das Immunsystem, reguliert Entzündungsprozesse und hilft dem Körper, schnell zu reagieren.
Während der Pollensaison ist dieses „Glas“ jedoch nicht halb leer, sondern bereits deutlich gefüllt. Der Körper arbeitet auf Hochtouren. Die Schleimhäute sind sensibler, das Immunsystem reagiert schneller.
Hier entsteht das Missverständnis.
Es geht nicht darum, dass Pizza oder Rotwein „schlecht“ sind. Es geht darum, was sie in diesem Moment zusätzlich ins Glas gießen.
Wenn dann noch Faktoren wie Stress, wenig Schlaf oder eine ohnehin gereizte Darm-Schleimhaut dazukommen, erreicht der Histaminspiegel schneller seine Grenze. Und sobald das Glas überläuft, zeigt der Körper Symptome:
stärkere Nasenreaktion
mehr Juckreiz
Druck im Kopf
innere Unruhe
schlechterer Schlaf
Dieses Überlauf-Prinzip erklärt auch, warum manche Tage problemlos verlaufen – und andere völlig unerwartet eskalieren. Der Unterschied liegt nicht nur draußen in der Luft. Er liegt oft im Zusammenspiel zwischen Umwelt, Nervensystem und Ernährung.

Pizza als unterschätzter Histaminfaktor
Pizza wirkt auf den ersten Blick harmlos. Ein ganz normales Essen. Schnell bestellt, unkompliziert, gemütlich. Schaut man etwas genauer hin, wird klar, warum sie während der Pollensaison problematischer sein kann als gedacht.
Viele klassische Zutaten bringen bereits eine gewisse Histaminbelastung mit:
gereifter Käse
Tomatensauce
Hefe im Teig
länger gelagerte oder stark verarbeitete Bestandteile
Dazu kommt: Pizza wird meist abends gegessen. Genau dann, wenn der Körper eigentlich in die Regeneration gehen möchte. Der Histaminabbau läuft in dieser Phase nicht mehr so effizient wie tagsüber. Kommt zusätzlich Alkohol dazu – etwa ein Glas Rotwein – wird das Enzym, das Histamin im Darm abbaut (DAO), in seiner Funktion gebremst.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch nach Pizza Beschwerden bekommt. Aber während einer aktiven Pollensaison kann diese Kombination aus gereiften, fermentierten oder länger gelagerten Bestandteilen das System stärker belasten als üblich.
Viele bemerken dann:
unruhigen Schlaf
nächtliches Aufwachen
verstopfte Nase am Morgen
stärkere Reizbarkeit der Schleimhäute
Die Reaktion kommt zeitversetzt. Deshalb wird der Zusammenhang selten erkannt.

Rotwein – mehr als nur ein Glas
Rotwein wird in der Pollensaison erstaunlich oft unterschätzt.
Er enthält nicht nur selbst Histamin, sondern beeinflusst auch den Abbau im Körper. Alkohol hemmt die Diaminoxidase (DAO) – jenes Enzym im Darm, das überschüssiges Histamin abbauen soll.
Wenn dieses Enzym langsamer arbeitet, bleibt mehr Histamin im System. Gleichzeitig erweitert Alkohol die Gefäße. Für Menschen mit ohnehin gereizten Schleimhäuten kann das bedeuten:
stärkere Durchblutung der Nasenschleimhaut
mehr Schwellung
intensiveres Brennen oder Jucken
schnellere Kopfdruck-Gefühle
Und wir dürfen ein oft übersehener Faktor nicht vergessen - der Schlaf
Alkohol verändert die Schlafstruktur. Die Tiefschlafphasen werden kürzer, der Körper regeneriert weniger effektiv. Gerade in der Pollensaison ist er jedoch auf gute Regeneration angewiesen. Wird dieser Rhythmus gestört, reagiert das Immunsystem am nächsten Tag häufig sensibler.
Viele erleben deshalb folgendes Muster: Am Abend scheint alles harmlos. Die eigentliche Reaktion zeigt sich erst am nächsten Morgen.
Der Zusammenhang wirkt dann zufällig – ist es aber selten.
Warum es nicht immer sofort passiert
Interessant ist: Dieselbe Pizza kann einmal problemlos sein – und ein anderes Mal deutliche Symptome auslösen. Das liegt daran, dass nicht das einzelne Lebensmittel entscheidet, sondern die aktuelle Belastungssituation des Körpers.
In der Pollensaison arbeitet das Immunsystem ohnehin intensiver. Kommen weitere Faktoren hinzu, verschiebt sich die individuelle Toleranzgrenze:
wenig Schlaf
emotionaler oder beruflicher Stress
hormonelle Schwankungen
eine gereizte oder geschwächte Darmschleimhaut
Nährstoffmängel, die den Histaminabbau beeinträchtigen
An Tagen, an denen der Körper stabil ist, bleibt das „Glas“ unter der Grenze. An anderen Tagen reicht eine zusätzliche Belastung – und die Symptome treten deutlicher hervor.
Das erklärt auch, warum viele sagen: „Früher habe ich das problemlos vertragen.“
Der Körper verändert sich. Seine Belastbarkeit verändert sich. Und während der Pollensaison reagiert er sensibler auf alles, was zusätzlich aktiviert.
Das bedeutet nicht, dass man dauerhaft verzichten muss. Es bedeutet, die eigene Schwelle zu erkennen.

Was deinem Körper wirklich hilft
Bei Pollenallergie geht es selten darum, einzelne Lebensmittel strikt zu verbieten. Viel wichtiger ist das Verständnis für Belastungsphasen.
Während der Pollensaison lohnt es sich, dem Körper etwas mehr Entlastung zu geben. Das kann ganz einfach beginnen:
abends eher leichte, frische Mahlzeiten
fermentierte oder stark gereifte Produkte zeitweise reduzieren
Alkohol bewusster einsetzen
auf guten Schlaf achten
Stress nicht dauerhaft ignorieren
Schon kleine Anpassungen können dazu beitragen, dass das „Glas“ nicht überläuft.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Darm. Dort wird ein Großteil des Histamins abgebaut. Ist die Darmschleimhaut gereizt oder das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, arbeitet auch der Histaminabbau weniger stabil.
Deshalb reagieren manche Menschen besonders sensibel, wenn gleichzeitig:
die Verdauung nicht optimal funktioniert
chronische Entzündungsprozesse bestehen
der Körper unter langfristigem Stress steht
Statt radikaler Diäten ist oft ein zeitlich begrenztes, bewusstes Entlasten sinnvoll. Viele berichten, dass sich Symptome deutlich beruhigen, wenn sie in der Hochphase der Pollenzeit auf stark histaminreiche Kombinationen verzichten – ohne sie dauerhaft aus dem Leben zu streichen.
Gerade während der Pollensaison kann es sinnvoll sein, bestimmte belastende Lebensmittel bewusster zu betrachten. Dazu zählen für viele Menschen stark verarbeiteter Zucker, Weizenprodukte oder Milchprodukte.
Diese Nahrungsmittel können – individuell unterschiedlich – entzündliche Prozesse fördern oder die Schleimhäute zusätzlich reizen. In einer Phase, in der das Immunsystem ohnehin aktiviert ist, kann das die Reaktionsbereitschaft weiter erhöhen.
Ob man langfristig darauf verzichten möchte oder nur saisonal reduziert, ist eine persönliche Entscheidung. Erfahrungsgemäß reicht es oft schon, dem Körper in den Wochen mit hoher Pollenbelastung etwas mehr Entlastung zu geben.
Wenn die Regulation aus dem Gleichgewicht gerät
Wenn sich allergische Symptome trotz Anpassung der Ernährung nicht beruhigen, lohnt es sich, einen Schritt weiterzudenken.
Histamin steht nie isoliert. Es ist Teil eines komplexen Regulationssystems, das Darm, Schleimhäute, Leber, Immunsystem und Nervensystem miteinander verbindet.
Reagiert eines dieser Systeme dauerhaft unter Spannung, sinkt die individuelle Belastungsschwelle. Der Körper antwortet schneller – intensiver – empfindlicher.
Moderne energetische Analyseverfahren wie die Vitalfeld-Technologie setzen genau hier an. Sie betrachten nicht nur einzelne Symptome, sondern die gesamte Regulationsfähigkeit des Organismus. Ziel ist nicht, Histamin zu blockieren. Ziel ist es, die körpereigene Stabilität zu verbessern – damit Umweltreize, saisonale Belastungen und auch Ernährung wieder besser verarbeitet werden können.
Wer tiefer verstehen möchte, wie Regulationsdiagnostik auf energetischer Ebene funktioniert, findet hier weiterführende Informationen zur Vitalfeld-Technologie.
Häufige Fragen zu Histamin und Pollenallergie
Kann Rotwein Heuschnupfen verschlimmern?
Ja, das ist möglich. Rotwein enthält Histamin und hemmt gleichzeitig das Enzym DAO, das im Darm für den Abbau von Histamin zuständig ist. Während der Pollensaison ist das Immunsystem bereits aktiviert. Zusätzliche Histaminbelastung kann Symptome wie verstopfte Nase, Kopfdruck oder Juckreiz verstärken.
Warum reagiert man in der Pollensaison stärker auf bestimmte Lebensmittel?
In der Pollensaison ist das Immunsystem dauerhaft beschäftigt. Die individuelle Belastungsschwelle sinkt. Lebensmittel mit höherem Histamingehalt oder entzündungsförderndem Potenzial können dann schneller Symptome auslösen, obwohl sie außerhalb der Saison gut vertragen werden.
Welche Rolle spielt Histamin bei Pollenallergie?
Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird. Bei Pollenallergie ist der Histaminspiegel oft erhöht. Wird zusätzlich Histamin über Nahrung aufgenommen oder langsamer abgebaut, können allergische Symptome intensiver auftreten.
Sollte man bei Pollenallergie auf Zucker, Weizen und Milch verzichten?
Nicht zwingend, aber viele Menschen profitieren jedoch davon, diese Lebensmittel während der Hochphase der Pollensaison zeitweise zu reduzieren. Das kann helfen, entzündliche Prozesse und zusätzliche Schleimhautreizung zu verringern.






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